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Das Europäische Leistungspunktessystem für die Berufsbildung (ECVET) bietet freiwillige Rahmenbedingungen zur Beschreibung von Qualifikationen aus Beruf und Ausbildung. Es wurde von den EU-Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission als Mittel bestätigt individuelle berufliche Aus- und Weiterbildungen innerhalb des europäischen Verbundes anzuerkennen. Obwohl das System erst 2012 etabliert sein sollte, haben bereits viele Universitäten und akademische Institute in ganz Europa das Europäische System zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (The European Credit Transfer and Accumulation System - ECTS) eingeführt. Die teilnehmenden Institute verpflichten sich, ihre Kurs-Informationen auf ihrer Webseite zu veröffentlichen - einschließlich der Lernergebnisse und des Arbeitsaufwandes ausgedrückt in Leistungspunkten. Durchschnittlich schwankt der Arbeitsaufwand der Studierenden zwischen 1.500 und 1.800 Stunden pro akademisches Jahr - ein Leistungspunkt entspricht 25-30 Arbeitsstunden.
Zusätzlich zum ECVET veröffentlichte die Europäische Kommission 2009 für Universitäten eine überarbeitete Agenda mit Empfehlungen für Lehrplan-, Betriebsführungs- und Finanzierungsreformen.1 Werden diese Neuerungen europaweit übernommen, würde das 3-stufige Ausbildungssystem (Bachelor - Master - Doktorat), kompetenz-basiertes Lernen, flexible Lernwege sowie Anerkennung und Mobilität zur Regel werden. Darüber hinaus hätten Universitäten größere Autonomie und breiter gestreute Einnahmequellen. Die Entwicklung des einheitlichen Leistungspunktesystems und die Umsetzung der überarbeiteten Agenda der Kommission sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg des EDTI-Projektes. Denn diese Neuerungen liefern einen zusätzlichen Wert zu den Ergebnissen des Projektes und erleichtern es jedem Einzelnen europaweit in verschiedenen Ländern zu studieren, zu lernen und zu arbeiten.
Die europaweite Umsetzung des 3-stufigen Qualifizierungssystems in den universitären Design-Ausbildungen wäre eine enorme Erleichterung für alle Designer, die Kurse in unterschiedlichen Ländern besuchen wollen, um ihre Karriere durch gezielte Weiterbildung voran zu treiben. Würde darüber hinaus die Vielfalt der Bildungsmöglichkeiten ergänzt werden durch kompetenz-basiertes Lernen, das exakt den Bedürfnissen der heutigen professionellen Designern entspricht, und würden flexible Lernwege, die geniale Möglichkeiten für ein lebenslanges Lernen und die Weiterbildung bieten, könnte in Europa eine weltweit führende Design-Industrie erwachsen.
Fazit Die Entwicklung des ECVET und die Umsetzung der neuen EU-Agenda sind wichtige Aspekte für den zukünftigen Erfolg von EDTI. Die von den EDTI-Partnern durchgeführte Recherche über Design-Ausbildungsstrukturen zeigt deutlich, dass es große Unterschiede bei Struktur, Qualität und Inhalt der Kurse innerhalb Europas gibt. |